Neulich saß ich mit einem Bekannten, der unerkannt bleiben möchte, in einem Café. Wir sprachen darüber, wie lässig es wäre, einen Bestseller zu schreiben. Endlich könnte man sich das Steinhaus in Südfrankreich kaufen und Fliegenfischen lernen.

Mein Bekannter (dem ich meinen Bestseller natürlich voller Pathos widmen würde) meinte, dass dies kein schläfriger Wunschtraum bleiben müsse. Er habe ein Rezept zusammengestellt, nachdem man einen Bestseller in der Sparte “Self-help/Wirtschaft” schreiben könne:

Der Auslöser muss immer ein „einschneidendes Erlebnis“ sein. Hier bieten sich Fischmarktbesuche, Heißluftballonabstürze oder auch Familientragödien an. Dieses Erlebnis ist der Grund, aus dem man als hyperaktiver Macher gar nicht anders kann, als sich hinzusetzen und ein Buch zu schreiben.

Das Rückgrat unseres Bestsellers ist ein Modell, das aus einer Ansammlung von Hypothesen besteht, die so klingen, als seien sie aus dem Angelsächsischen übersetzt. Am besten pickt man sich ein etabliertes Modell heraus und „entwickelt es weiter“. Zur Auswahl: Persönlichkeitsmodelle, militärische Strategien, therapeutische Ansätze etc.

Jetzt kommt der Clou, der unser Buch über die Ödnis der Fachbuchwelt erhebt: Wir „entwickeln“ eine lustige Metapher! Eine Tier-Metapher! Aber Vorsicht: Kakerlaken, Pinguine, Mäuse, Fische und Frösche sind bereits vergeben.
Elementar für den Verkaufserfolg ist, dass dieses Tier namentlich im Titel auftaucht (zum Beispiel: „Die Känguru-Strategie“ oder: Warum Sie sich nicht länger beuteln lassen müssen). Man muss also ein Tier finden, das für ein bestimmtes Verhaltensmuster bekannt ist, welches wir auf Biegen und Brechen auf unser Modell übertragen.

Im nächsten Schritt unterfüttern wir alles mit aktuellen Beispielen aus den Wirtschaftsseiten der Zeitungen. Das Salz in der Suppe sind natürlich charmante Anekdoten, denn sie machen das Buch „unterhaltsam geschrieben“.

So, gleich sind wir schon am Ziel. Nun brauchen wir nur noch ein Vorwort. Geschrieben von einer medialen Persönlichkeit, am besten einem Talk-Show-Experten. Unser Bestseller ist nun druckbereit. Voila! Südfrankreich, wir wären dann soweit…

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Wie allgegenwärtig die Finanzkrise in den Köpfen der Menschen ist, hat mir dieser Spielplatz-Dialog gezeigt.

Kind: “Was ist das für ein Hund, Mama?”
Mama: “Weiß ich ehrlich gesagt nicht genau.”
Kind: “Das ist auf jeden Fall eine sie!”
Mama: “Aha, woran siehst du das?”
Kind: “Ich hab’ die Zinsen am Bauch gesehen.”

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Bei der Aufbereitung von Informationen steht man als Autor zwischen den Fronten. Es gilt oft, einen Spagat hinzulegen. Der eine Fuß berührt die “benutzerfreundliche Informationsarchitektur” und der andere den “Unterhaltungswert”. Und dieser speist sich mitunter aus einem Überraschungseffekt, bei dem Konventionen ignoriert werden. Dieselben Konventionen, die zum Beispiel das Menü einer Website benutzerfreundlich machen.

PS: Eigentlich habe ich diesen Beitrag nur geschrieben, weil ich mich so über meine neue Kamera freue (mit der ich auch dieses Foto geschossen habe).

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Neulich in Hamburg: Die vielleicht kleinste Galerie der Republik…

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Auszug aus einem Essay für die Zeitschrift optic und vision 05-2011:

Ich mache einen Schnitt in meiner Recherche und lehne mich zurück. Ich merke, dass ich so etwas wie ein Resümee ziehen möchte. Was kann ich aus diesen Antworten ableiten? Fest steht: Die Entscheidung zwischen Brille oder Kontaktlinsen hat offenbar keine philosophische oder weltanschauliche Dimension. Es ist anscheinend die Summe von kleinen Annehmlichkeiten bzw. Unannehmlichkeiten, die zum Kauf des einen oder des anderen führt. Es sind erfreuliche oder unerfreuliche Alltagserfahrungen, die irgendwann eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung motiviert haben. Vieles scheint auf der sinnlichen Ebene verhandelt zu werden. Der eine möchte sich nicht in den Augen rumpuhlen, die andere findet es lästig, im Winter ständig die Brille putzen zu müssen. So verschieden wie Menschen sind, so verschieden sind natürlich auch ihre Erfahrungen.

In der Zeit, in der ich für diesen Beitrag recherchiere, bin ich privat auf der Suche nach einem neuen Bett. Auch bei der Wahl der Matratze, sollte ich bald merken, spielt Körperwahrnehmung eine wichtige Rolle. Die faktischen Angaben zu Härtegraden und Liegezonen in den Katalogen waren interessant. Den Ausschlag gegeben hat aber das Gefühl beim Probeliegen. Müsste ich darüber schreiben, es beschreiben –
ich würde ins Straucheln kommen. Es ist eben so ein Körpergefühl, das mit Sprache kaum zu fassen ist. So, vermute ich, ist es auch vielen der Befragten ergangen. Sie alle hatten über die Jahre zig Einzelerfahrungen mit dem Produkt gemacht; diese sind allerdings nicht immer ganz leicht in Worte zu packen.

Drei Dinge scheinen mir nach etwas Überlegung tatsächlich tauglich für ein Fazit:

1.    Menschen (hier: Endverbraucher) sind komplexe Wesen
2.    Entscheidungen sind emotionale und sinnliche Angelegenheiten
3.    Eitelkeit spielt bei Kontaktlinsen eher die zweite Geige

Als Randnotiz noch diese Beobachtung: Fast alle Befragten begannen das Interview mit dem Vorwort: „Bei mir ist das eine etwas besondere Situation, weil…“. Dann wurde eine augenärztliche Diagnose angeführt, die für mich als Außenstehender meistens rätselhaft blieb. Es deutet wohl aber darauf hin, dass es den Regelfall in der Regel nicht gibt.

Meine Abschlussfrage in den kleinen Interviews: „Wenn du auf eine einsame Insel zögest, was würdest du mitnehmen: Brille oder Kontaktlinsen?“ Gisele kam sofort in den Sinn, dass Salzwasser und Sand nicht die besten Bedingungen für Kontaktlinsen sind. Auch Jenny würde sich aus praktischen und hygienischen Gründen für eine Brille entscheiden. Nach einigen Momenten des Überlegens sagt Gisele: „Ich glaube, es kommt letztlich darauf an, wie einsam die Insel ist!“ Ein wenig Eitelkeit ist also schon im Spiel.

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Vor ein paar Tagen im Belgischen Viertel…

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web

Photo courtesy of Torsten Höninger

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Foto0668

Man kann die Kette ja für vieles kritisieren, aber in puncto “Benutzerfreunlichkeit” und “Navigation” ist die Kommunikation und die Raumgestaltung astrein.

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Manchmal finde ich es schade. Da wird soviel Energie und Geld in einen Webauftritt gesteckt, der hernach einfach nur da ist. Wie Visitenkarten, die sofort nach dem Kauf ins Regal gelegt werden. Der Vergleich hinkt etwas, weil eine Website auch ohne “Visitenkartenparties” gesehen wird. Besonders dann, wenn sie für Suchmaschinen optimiert ist.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass Websites, die nur virtuellen Staub sammeln, eine Verschwendung von Ressourcen sind. Sie sollten unters Volk gebracht werden, um nachhaltig zu sein. Sie sollten in Bewegung gehalten werden, weil die Netzwelt davon lebt. Hier sind Wege, die virtuelle Präsenz präsent zu halten:

  • sich hin und wieder in virtuelle Netzwerke (wie Xing) einbringen
  • Kunden im “echten Leben” auf die Website hinweisen (”Unsere Sonderveranstaltungen finden Sie übrigens immer auf unserer Startseite.”)
  • Sonderaktionen oder Gewinnspiele über die eigene Website abwickeln
  • einen Blog schreiben
  • einen Glossar erstellen und regelmäßig erweitern (siehe Beitrag “Glossar lockt mehr virtuelle Besucher”)
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Ein eleganter Weg, Menschen für einen Webauftritt zu interessieren, ist ein Glossar. Diese „Entdeckung“ haben meine Kollegin Kirsten Bohlig und ich zufällig gemacht. Beim gemeinsamen Entwickeln eines Webauftritts  für eine Kundin aus dem “Gesundheitswesen” mussten wir viele Fachbegriffe recherchieren. So sind wir regelmäßig auf den Seiten anderer Anbieter aus der Branche gelandet, die raffiniert genug gewesen waren, ein Glossar auf ihrer Website zu platzieren. Einmal dort gelandet, haben wir uns gleich noch etwas umgeschaut.

Natürlich ist es auch für den interessierten Besucher der eigenen Website erfreulich, wenn sich jemand die Mühe gemacht hat, Fachjargon leichtverständlich zu erklären. Oder wisst Ihr auf Anhieb (um beim Beispiel “Gesundheitswesen” zu bleiben), was sich hinter der “Bobath-Therapie” oder einer “Lingualbehandlung” verbirgt?

Ich mag SEO-Ansätze, die nicht nur die Roboter der Suchmaschinen glücklich machen, sondern auch dem leibhaftigen Leser entgegen kommen. Ein Glossar ist so eine Option.

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